artisanne

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sommer ...

trakl


am abend schweigt die klage
des kuckucks im wald.
tiefer neigt sich das korn,
der rote mohn.

schwarzes gewitter droht
über dem hügel.
das alte lied der grille
erstirbt im feld.

nimmer regt sich das laub
der kastanie.
auf der wendeltreppe
rauscht dein kleid.

stille leuchtet die kerze
im dunklen zimmer;
eine silberne hand
löschte sie aus;

windstille, sternlose nacht.


georg trakl

11.7.08 16:37, kommentieren

wie im himmel ...

himmel



gabriellas song


jetzt gehört mein leben mir
meine zeit auf erden ist so kurz
meine sehnsucht bringt mich hierher
was mir fehlte und was ich bekam
es ist der weg den ich wählte
mein vertrauen liegt unter den worten
es hat mir ein kleines stück gezeigt
vom himmel den ich noch nicht fand
ich will spüren dass ich lebe
jeden tag den ich habe
ich will leben wie ich es will
ich will spüren dass ich lebe
wissen ich war gut genug
ich habe mein selbst nie verloren
ich habe es nur schlummern lassen
vielleicht hatte ich nie eine wahl
nur den willen zu leben
ich will nur glücklich sein
dass ich bin wie ich bin
stark und frei sein
sehen wie die nacht zum tag wird
ich bin hier
und mein leben gehört nur mir
und der himmel den ich suchte
den finde ich irgendwo
ich will spüren
dass ich mein leben gelebt habe




songtext aus: wie im himmel


4 Kommentare 13.7.08 23:51, kommentieren

lausanne ...

zurück aus der schönen westschweiz gibt es heute eindrücke vom

1re rencontre suisse de perliers in lausanne vom 12. juli 2008


am vormittag gab es vorführungen von larry scott

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eric seydoux und nicole zumkeller von ver et framboise

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um 14:00 startete auf der allée des bacounis die ausstellung und der verkauf von vielfältigster und schönster perlenkunst

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am stand der glasgarage

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gab es neben perlen und worten der wortgarage auch individuelle perlenmassagen vom macher der wortgarage

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hier christiane strauss von ombos


und viele eindrücke vom genfer see

lausanne

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eine poetische beschreibung findet ihr heute im blog von wortgarage


un grand merci a sylvie, sabine et sophie

4 Kommentare 14.7.08 11:58, kommentieren

stein & feder ...

feder


die zartheit
der handlung
offenbart jene
der empfindung


verfasser unbekannt


unter stein & feder bei den zusatzseiten, habe ich endlich mal die bilder wieder hochgeladen. das stein und federtutorial steht also bebildert wieder zur verfügung.


feder1

3 Kommentare 15.7.08 18:55, kommentieren

schatten schichten ...

herzend



auf
schattenbäumen
liegen
welten quer
horizonte schichten
blaue wasser
strassen
maisalleen
beschnittene wiesenhäupter
überreife weizenfrüchte
wälderwolkenfedern
himmelweite
schichten schatten sich
ein herz
aus glas



hermann josef schmitz


herzend1

17.7.08 23:32, kommentieren

eisige süsse ...

Juli 08 010


Von den erreichbaren Genüssen

Bei der Eisdiele Halt machen.
Kreise, farbige Tunnel hinter der Theke
und die Besitzerin streicht mit tiefem Löffel
eisige Süsse auf Waffeln
deren Knuspern meine Zähne erraten.

Ich gebe genaue Anweisungen.
Verlange das weiche Eis, das wollüstig aus der
Maschine quillt
- es erinnert mich an das Tastee Freeze
einen halben Block von Papas Geschäft
auf der Avenida Roosevelt gelegen.
Es bebt der polierte Metallkörper der Maschine,
auf der Feuchtigkeit
zu einem matten Film kondensiert.
Aus dem Hahn dringt der dicke Strahl aus Eis,
trifft auf die leere, trockene Höhle,
die nach verbotenen Hostien schmeckt.
Langsam, wie die Taille einer tanzenden Frau,
windet sich das Himbeereis herab. Wird dann vom
Schokoladeneis bedeckt,
das dichter und dunkler ist.

Ich fühle mich allein in der leeren Eisdiele
und beginne, mit der Zunge die Seiten der hohen
Waffel zu schlecken,
gebe mich einem perversen Kindsein hin.
Es ist heiss.
Ich muss meine Arbeit mit dem gebotenen Eifer
erledigen.
Mit der Zunge über den gesamten Kreis fahren,
von unten nach oben, damit nichts kleckert,
damit die Oberfläche rundum
weich und glatt wird, ein prima Mützchen für einen
Märchenwicht am Polarkreis.
Ich schliesse die Augen. Schmecke nach. Geniesse.

Die Frau
lebt nicht vom Brot allein.

Gioconda Belli

4 Kommentare 19.7.08 00:30, kommentieren

seidene stille ...

juli 08 016


der abdruck meiner kleinsten bewegung
bleibt in der seidenen stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste erregung
in den gespannten vorhang der ferne sich ein.
auf meinen atemzügen heben und senken
die sterne sich.
zu meinen lippen kommen die düfte zur tränke,
und ich erkenne die handgelenke
entfernter engel.


rainer maria rilke

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juli 08 019

3 Kommentare 20.7.08 12:59, kommentieren