artisanne

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wintertag ...

streifen1



den frost
brennen lassen


Jeder strauch
ein gläsernes feuer


Von jedem zweig
mundgeblasenes licht


Die sonne
packt porzellan aus
zerbrechlich
bis mittag


Nachmittags
setzen wir
den flügelschlag
eines vogels zusammen.



philipp luidl



streifen

4 Kommentare 2.2.12 17:22, kommentieren

auf den eisbedeckten scheiben ...

eisblau3


eisblau4


Morgensonne im Winter


Auf den eisbedeckten Scheiben
fängt im Morgensonnenlichte
Blum und Scholle an zu treiben...


Löst in diamantnen Tränen
ihren Frost und ihre Dichte,
rinnt herab in Perlensträhnen...


Herz, o Herz, nach langem Wähnen
laß auch deines Glücks Geschichte
diamantne Tränen schreiben!



Christian Morgenstern



eisblau1



eisblau






eisblau2


eisblau5

1 Kommentar 5.2.12 14:01, kommentieren

tausendfadig ...

bunt



Aber Tage währt's,
Jahre dauert's, daß ich neu erschaffe
tausendfältig deiner Verschwendungen Fülle,
auftrösle die bunte Schnur meines Glücks,
geklöppelt tausendfadig
von dir, o Suleika


Johann Wolfgang von Goethe


bunt3




bunt1

3 Kommentare 6.2.12 22:48, kommentieren

zeit eingeschweisst

kalt




traumfetzen
sonnengeblendet
das licht
durchschauende
geschichten eingezurrt
schnürfest
sagenhafte muster
zeit eingeschweisst
bis an den rand




rosadora

2 Kommentare 8.2.12 18:25, kommentieren

feuer-funken ...

feuer



feuer fängt mit funken an

sprichwort


feuer1

1 Kommentar 10.2.12 18:16, kommentieren

Blau...

eis



Ikarus. Das Blau verfing sich im Himmel.




marianne büttiker

1 Kommentar 12.2.12 23:21, kommentieren

schnee ...

frost



Ich habe zu meinen zahlreichen unglücklichen Lieben noch eine neue hinzubekommen - den Schnee! Er erfüllt mich mit Enthusiasmus, mit Melancholie. Ich will ihn zu nichts Praktischem benützen, wie Schneegleiten, Rodeln, Bobfahren; ich will ihn betrachten, betrachten, betrachten, ihn mit meinen Augen stundenlang in meine Seele hineintrinken, mich durch ihn und vermittelst seiner aus der dummen, realen Welt hinwegflüchten in das so genannte "weiße und enttäuschungslose Zauberreich"! Jeder Baum, jeder Strauch wird durch ihn zu einer selbstständigen Persönlichkeit, während im Sommer ein allgemeines Grün entsteht, das die Persönlichkeit der Bäume und Sträucher verwischt. Ich liebe den Schnee auf den Spitzen der hölzernen Gartenzäune, auf den eisernen Straßengeländern, auf den Rauchfangen, kurz überall da am meisten, wo er für die Menschen unbrauchbar und gleichgültig ist. Ich liebe ihn, wenn die Bäume ihn abschütteln wie eine unerträglich gewordene Last, ich liebe ihn, wenn der graue Sturm ihn nur ins Gesicht nadelt und staubt und spritzt. Ich liebe ihn, wenn er in sonnigen Waldlachen zerrinnt, ich liebe ihn, wenn er pulverig wird vor Kälte wie Streuzucker. Er befriedigt mich nicht, ich will ihn nicht benützen zu Zwecken der süßen Ermüdung und Erlösung, ich will nicht kreischen und jauchzen durch ihn, ich will ihn anstarren in ewiger Liebe, in Melancholie und Begeisterung.


Peter Altenberg




frost1



...auch sie scheinen den schnee einfach nur betrachten zu wollen.


frost2

1 Kommentar 13.2.12 22:17, kommentieren