artisanne

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der schimmer lächelnder gestade ...

licht



Komm in den totgesagten Park und schau:
Der Schimmer ferner lächelnder Gestade
Der reinen Wolken unverhofftes blau
Erhellt die Weiher und die bunten Pfade.


Dort nimm das tiefe gelb das weiche grau
von Birken und von Buchs der wind ist lau
Die späten Rosen welkten noch nicht ganz
Erlese küsse sie und flicht den Kranz


Vergiss auch diese letzten Astern nicht
Den Purpur um die ranken wilder Reben
Und auch was übrig blieb von grünem leben
Verwinde leicht im herbstlichen Gesicht.



Stefan George



licht2



licht1


eine woche schönstes herbstlicht, hier in einem der grossen weinanbaugebiete baden-württembergs, liegt hinter mir. zeit zum durchatmen nach vielem viel. und tanken für die zeit die weniger lichtvoll sein wird. einnisten ist angesagt und hoffen, dass der herbst dieses jahr in einen spätherbst übergeht der mehr zulässt als der vorjährige... melancholie auch hier und freude über das licht und das leben. alles halt ...

habt schöne sonnentage.



september 03

1 Kommentar 2.10.11 10:39, kommentieren

sternwurzeln ...

blau



Sieben Billionen Jahre vor meiner Geburt
war ich eine Schwertlilie.

Meine Wurzeln
saugten sich
in einen Stern.

Auf seinem dunklen Wasser
schwamm
meine blaue Riesenblüte.



Arno Holz gefunden bei:
wildgans

2 Kommentare 3.10.11 13:02, kommentieren

fremde federn ...

ausbeute


nachdem ich wieder in der schweiz bin, kommt das grosse auspacken. ein schönes wiedererinnern an das sonnige wochenende in wertheim - und viele tolle erlebnisse von der letzten woche begleiten mich dabei. so war ich z.b. zum ersten mal an einem bundesligaspiel. ich gestehe in der fankurve derjenigen zu stehen die man selber nicht favorisiert ist manchmal anstrengend. weil ich doch über 90 minuten verbergen musste, dass ich bayern münchen die daumen drücke, tztztz:-)
wir haben ein konzert von cantus avium genossen, den neuen bildungscampus in heilbronn besucht, ausgeräumt und weiter eingeräumt, weinberge, meine schätze betrachten und mich daran freuen, möbel geschraubt, dem navi bei all den neuen wegen vertraut, den baumarkt mehrfach durchforstet, in nussloch die wertheimgroschen gegen stiefel und kleider "getauscht";-), geperlt, gelacht, spaziert etc. ... goldherbst vom feinsten.

und nun zu den fremden federn mit denen ich mich seit wertheim schmücke:-)

dieses jahr habe ich mir eine tolle ethnoperle von beatrice störtz und eine gedichtperle von
sabine little erstanden.



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ähm...und für meine verhältnisse hab ich auch wirklich nur wenig glas gekauft diesmal.


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die glasstäbe sind von meinem lieblingsglashändler aus münchen:-)


und wer in der nähe von heilbronn wohnt... es lohnt sich:

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4.10.11 15:49, kommentieren

fülle ...

fülle1



Fülle


Genug ist nicht genug! Gepriesen werde
Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzureich beschwerte,
Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zu Erde.



Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!
Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde!
Die trunknen Wespen summen in die Runde:
"Genug ist nicht genug!" um eine Traube.



Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen
Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,
Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,
Genug kann nie und nimmermehr genügen!


Conrad Ferdinand Meyer



fülle


fülle2


alle jahre wieder ... gehört dieser text und auch konstantin wecker hier in mein blog. diesmal mit einleitenden worten von bodo wartke


5 Kommentare 5.10.11 19:18, kommentieren

wärme ...

wärme



was wären all die küsse und zärtlichkeiten
führten die wege immer wieder aneinander vorbei
was wären die glutaugen des feuers
schürte niemand die hoffnung und blieb beharrlich darin
wohin kämen die verschwiegenen worte
wäre niemand der sie bewahrte
drum wärme stetig das herz
und bleib sicher wenn die kalten tage
mit frostigen lippen um die nachthäuser schleichen



hermann josef schmitz


wärme2



wärme1

2 Kommentare 7.10.11 17:25, kommentieren

grün - blau ...

blau-grün6

vergehendes grün und wolkenüberwuchertes blau...



blau-grün



dies waren die stichworte, die mir hermann josef gegeben hat. dadurch enstanden diese perlen. mal schauen ob auf die stichworte auch noch ein dazupassender text folgt...?;-)

edit: die worte dazu sind angekommen.... (danke!)


ach könnte doch das graue herz
in die oktoberwälder hinaus
sich verausgaben im farbenrausch
ach könnte es sich doch verschenken
in diesem weichen licht
zwischen vergehendem grün
und wolkenüberwuchertem blau
ach könnte das graue herz
sich doch wagen
in diese vergehende welt
hinter deren wänden bereits
der frühling seine inszenierung schreibt
ach nähme doch jemand
dieses graue herz in seine hände
streichelte es voller zärtlichkeit
und trüge es in diesem weichen nest
hinaus in diese leuchtenden oktobertage



hermann josef schmitz


blau-grün2



für alle interessierten perlerinnen folgt nun noch ein kleines tutorial. allerdings nur in worten (meine katzen verstehen die programmautomatik meiner kamera nicht so ganz)


man nehme reste von:
effetre - meergrün hell
effetre - amethyst mittel
effetre - celeste opalino
effetre - lapis hell
CIM - pulsar
CiM - grumpy bear
daraus einen gut vermengten , marmorierten blob schmelzen aus dem man mindestens einen 1 meter langen und ca 1,5mm dicken stringer ziehen kann.
mein stringer war gute 2 meter lang. eine grosse perle benötigt fast 1 meter am stück.

beim aufbau hab ich begonnen das meergrün mit dem opalino zu vermengen, dann mit pulsar andocken und weiter vermengen, dasselbe mit lapis, grumpy bear und am ende amehyst.
so wird der blob marmoriert und hat doch einen kleinen farbeverlauf.
den blob in silberfolie wickeln, dabei nicht sparsam sein...
stringer ziehen
auf weisser grundperle auftragen.
sich an dem resultat freuen:-)


blau-grün3



blau-grün1



und hier ein bild auf dem man die grösse der beiden solitaireperlen erkennen kann



blau-grün4



mein hüter der frisch gereinigten perlen... (ob es bequem ist auf gestringerten perlen zu liegen?)



blau-grün5

5 Kommentare 9.10.11 14:56, kommentieren

oktober lied

leuchten2




Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!



herbst1


Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!



herbst2



Und wimmert auch einmal das Herz -
Stoß an und laß es klingen!
Wir wissen's doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.



herbst4



Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!



herbst3


Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.



herbst6



Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!


Theodor Storm

leuchten1

4 Kommentare 11.10.11 11:33, kommentieren