artisanne

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die blaue blume ...

blühen1



... Es dünkte ihn, als umflösse ihn eine Wolke des Abendrots; eine himmlische Empfindung überströmte sein Inneres; mit inniger Wollust strebten unzählbare Gedanken in ihm sich zu vermischen; neue nie gesehene Bilder entstanden, die auch ineinanderflossen und zu sichtbaren Wesen um ihn wurden ... Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst an der Quelle stand und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstlichste Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit ...


Novalis aus: Heinrich von Ofterdingen


blühen

1 Kommentar 1.6.11 18:41, kommentieren

roter mohn ...

luzern4

ich liebe
den papiernen mund
der mohnblume.
sie windet
sich nicht,
schenkt mir
den kuss des lebens,
dreifach,
bevor sie faltig,
aber unzerknirscht
in meiner hand
stirbt.
rot ist der kuss
des sommers,
den ich nie gesucht,
aber fraglos erhalten,
den ich in mir trage
seit den verblichenen
kindertagen,
ohne es gewusst zu haben.
roter mohn
auf den lippen
und in den haaren,
roter mohn,
wie ein wilder,
statthafter rausch.



patricia gunkel aus: mohnsüchtig


luzern1



und morgen sind wir, seit dezember 2009 das erste mal, mit vielen neuen perlen aus der glasgarage, wieder in luzern auf dem handwerksmarkt. ich freue mich darauf. vielleicht sehen wir uns....?! :-)



luzern

2 Kommentare 3.6.11 10:32, kommentieren

verweilen ...

verweilen


wie angenehm, die schattendurchmischte brise, die kühledurchstreiften gedanken, die das bleiben zum verweilen machen.


werner lutz aus: bleistiftgespinste


verweilen1


verweilen3



verweilen2

3 Kommentare 5.6.11 13:05, kommentieren

sommermilch trinken ...

sonne


Satzwerk 20

die räder nicht neu erfinden auch nicht den wein umfüllen aber die räder bewegen die worte berühren umdrehen schau wie die sommermilch schmeckt im mai übergehe die schlagbäume und lass dich nicht beirren längst ist das leben kein spiel mehr und dauert länger als neunzig minuten zum glück sind die besten sätze wie unpassende kleider man probiert ändert vernäht säumt und nimmt ihnen nicht das was sie ausmacht im glas reift die eigene meinung und der dreizehnte tag schließt das jahr noch suchst du erfolge wo du keine finden wirst noch suchst du das schiff während du den hafen schon kennst und weißt doch nicht ob die spur eine andere ist einzig die zärtliche nähe in der ferne einsatz über grenzen ein satz über grenzen ein grenzsatz ohne ferne die stimmen bleiben im netz und die blinden passagiere kommen nie an es sind die erfundenen pläne die keiner will und die sie als falsche bekenntnisse ihrer unfähigkeit ist der erfolg denn etwas sicheres die frage bleibt und die suche nach dem glück ist nicht nötig die suche nach der richtigen sichtweise die einstellung ändern nicht den wein in den schläuchen und die räder belassen sommermilch trinken die hand auf die haut legen diese hautdünne schicht vor der tür deines herzens und wissen sie ist immer offen



© 52 satzwerke


sonne1

2 Kommentare 6.6.11 20:50, kommentieren

für dich ...

herz1







herz

1 Kommentar 7.6.11 22:16, kommentieren

licht ...

rot1



rot



man muss nicht das licht des anderen ausblasen, um das eigene leuchten zu lassen.


aus griechenland



rot2

3 Kommentare 9.6.11 17:53, kommentieren

leuchtend eingefärbt ...

lilagrün



farn verschüttet seinen herben geruch. die ferne verdampft
kupfertöne eisentöne bronzetöne. die hügel oxidieren
sie sind mit einem leuchten eingefärbt
schritte aus grünspan gehen den abend entlang



werner lutz



lilagrün2



lilagrün1

1 Kommentar 12.6.11 11:18, kommentieren