artisanne

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salzwind ...

ten


salzwind legt sich auf die atemzüge


hermann josef schmitz



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zurück aus teneriffa, bleiben bilder, farben, erinnerungen (auch viele die man nicht wirklich braucht...) und worte. worte die mein liebster geschrieben hat und in seinem blog schon seit ein paar tagen zu lesen sind.
ich lade euch deshalb ein, einzutauchen in lyrik die auf teneriffa entstanden ist.

Nach Icod de los Vinos


Teide


In der Ferne


La Tejita


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1 Kommentar 12.10.10 12:28, kommentieren

santiago del teide ...

kaktus



kaktus1



II


zeiträume uferlose weite ungenügende worte andere farben verblichenes türkis eisernes braun nachtschwarz die rosen verblühen nie eidechsen blauschuppig steine flüstern hinter der glut du entwurzelst ihre worte und zahlen nicht sie zeigen dir wie klein die welt ist wie klein deine welt ist feuer brennt hinter der dünnen haut brandnarben erhoben einzig die weisse wolke im umgeblätterten blau du suchst den atem vor demut vor respekt vor staunen die basaltrosen leuchten so wundervoll schwarz



hermann josef schmitz



kaktus2



kaktus3

5 Kommentare 13.10.10 12:29, kommentieren

fremde weite ...

tene1



tene2



atemlos in einer fremden weite luft holen unformen ungeraden unlinien eigene formen legte keine hand steine brach basaltwind legt sich an den saum der berge und streichelt die knorrigen wurzeln sie lassen sich nicht glätten nicht formen und ihre linien bleiben ungerade



hermann josef schmitz



tene



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1 Kommentar 15.10.10 20:12, kommentieren

lava-blumen ...

teneri1



teneri




teneri2

4 Kommentare 16.10.10 17:27, kommentieren

das meer ...

meer




Das Meer, perlensanft gerieft,
Und silbern wie Taubenflügel,
Kommt von weit
Auf mich zu und leckt mich
Mit winzigen Wellen
Wieder und wieder
Und lässt nicht nach
Als sei ich sein Junges.


Seine zarte Zunge
Auf meinen Augen
Unermüdlich
Vor dem weissen Himmel,
Hypnotisiert mich
Durch das Glas der Terrasse hindurch
Mit dem schimmernden Streicheln,
Bis es mich anbindet
Mit hängenden Armen
Auf meinem Stuhl
Und vor mir
Die Schreibmaschine
Verwaist.


Aufbruch ohne Gewicht
Weisse Gardinen, leuchtende Segel
An meinem Fenster
Am Hudson,
Im zehnten Stock des Hotels
Hell in die Sonne gebläht und
knatternd im Meerwind.


Versprechen, Ausfahrt
Nachhause,
Zu Stelldichein mit mir selbst.
Aufbruch ohne Gewicht,
Wenn das Herz den Körper verbrannt hat.


Segel so möwenleicht
Über das offene Blau.
Das Zimmer ist unterwegs.
Aber das Meer
Ist abgesteckt wie ein Acker.


Hilde Domin



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2 Kommentare 17.10.10 12:58, kommentieren

roter hibiskus ...

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Schwärme von schwarzen Vögeln des Sommers
Honig Atem vorüber der rote Hibiscus im grünen
Gebüsch diese Gefühle vogelfrei : klugäugig nämlich
dein hohes Herz ein Blatt von einem Pflaumenbaum aus
grünbemalter Quelle Quitte ein Glyzinien Flor und
Wiegendruck Oktober ach die Votivgaben des Sommers die
dichtenden Vögel deine pulsierenden Verse eine
Viole am Himmel


Friederike Mayröcker



rot2


rot

4 Kommentare 18.10.10 18:00, kommentieren

beeren ...

beeren



als das kind kind war,
genügten ihm als nahrung apfel, brot,
und so ist es immer noch.

als das kind kind war,
fielen ihm die beeren wie nur beeren in die hand
und jetzt immer noch,
machten ihm die frischen walnüsse eine rauhe zunge
und jetzt immer noch,
hatte es auf jedem berg
die sehnsucht nach dem immer höheren berg,
und in jeden stadt
die sehnsucht nach der noch grösseren stadt,
und das ist immer noch so,
griff im wipfel eines baums nach dem kirschen in einem hochgefühl
wie auch heute noch,
eine scheu vor jedem fremden
und hat sie immer noch,
wartete es auf den ersten schnee,
und wartet so immer noch.


peter handke aus himmel über berlin



beeren1



beeren2



danke dir marianne!

3 Kommentare 19.10.10 17:23, kommentieren