artisanne

Archiv

himmel auf himmel ...

himmel



denn ich will den herbst! ist es nicht, als wäre er das eigentlich schaffende, schaffender denn der frühling, der schon gleich ist, schaffender, wenn er kommt mit seinem willen zur verwandlung und das viel zu fertige, viel zu befriedigte, schliesslich fast bürgerlich-behagliche bild des sommers zerstört? dieser grosse herrliche wind, der himmel auf himmel baut; in sein land möchte ich gehen und auf seinen wegen.


rainer maria rilke




himmel1

1 Kommentar 1.9.10 17:41, kommentieren

schweben ist schwer ...

1himmel



luft
auf wieviel flügeln
ruht die luft.
schweben ist schwer
das oben
bodenlos.
luftspiegelung
ein traum im sand
wir pflanzen wörter
im luftfeld
gehen
von wort zu wort.
auf wievielen flügeln
ruhen wir
im gehen.


rose ausländer



1himmel1

2.9.10 21:05, kommentieren

einfach ...

erde1


der boden entkompliziert, so wie er das wasser reinigt. das wirkliche leben macht einfach.


robert musil



erde

5.9.10 22:44, kommentieren

indien ...

oriental




Der zerbrochene Topf

In einer gewissen Stadt wohnte ein Brahmane namens Svabhavakripana.* Dessen Topf war angefüllt mit der nach dem Essen übrig gebliebenen erbettelten Grütze. Er hängte ihn an einen Pflock in der Wand, stellte die Bettstelle unterhalb desselben und blickte ihn immer unverwandt an. Als er einst bei Nacht auf dem Bette lag, dachte er: >Ist doch mein Topf mit Grütze gefüllt! Wenn Hungersnot eintritt, bekomme ich für diese Grütze hundert Rupakas. Dafür werde ich mir zwei Ziegen kaufen, die mir alle sechs Monate Junge geben, so dass es eine Herde wird.
Für die Ziegen werde ich viele Kühe erhandeln, für diese Büffelkühe und für diese Stuten.
Diese werden mir viele Pferde werfen, und durch den Verkauf dieser Pferde werde ich viel Geld gewinnen. Für dieses Geld lasse ich mir ein stattliches Haus mit einem Hof in der Mitte und Zimmern auf allen vier Seiten desselben bauen.
Dann wird ein Brahmane zu mir ins Haus kommen und mir seine schöne Tochter nebst Mitgift geben. Diese wird mir einen Sohn schenken, und ich werde ihn Somasarman nennen. Wenn nun dieser in dem Alter sein wird, dass man ihn auf den Knien schaukeln kann, dann werde ich mit einem Buche hinten im Pferdestall sitzen und lesen.
Dann wird mich Somasarman sehen und vom Schoße der Mutter fort zu mir kommen, voll Verlangen, sich schaukeln zu lassen; dabei aber wird er sich den Hufen der Pferde nähern.
Dann werde ich zornig zu der der Brahmanin sagen: 'Nimm doch das Kind!' Sie aber, mit häuslicher Arbeit beschäftigt, wird auf mein Wort nicht hören, und ich werde aufstehen und ihr einen Fußstoß versetzen.<
So in Gedanken vertieft, führte er den Fußstoß aus, so dass der seinen Topf zerbrach und von der Grütze weiß gefärbt wurde.


indische fabel


oriental2



oriental3

4 Kommentare 6.9.10 22:17, kommentieren

unter dem herbstmond...

heben



unter dem herbstmond
nebel am fuss der hügel.
die felder im dunst


haiku


heben1

1 Kommentar 8.9.10 15:21, kommentieren

in verwunschenen gewändern ...

edel2



in verwunschenen
gewändern
ein luftiges nest
fluchtkantate


entzündete trommel
am horizont


der liebe stern
singt den abend
zu ende


lasse die köpfe
nicht mehr
nach unten gehen
hebe mich auf


zurück dann
zur erde geformt



ines oppitz


edel


die kette passt bestens zum "kleinen" schwarzen...


edel1

2 Kommentare 9.9.10 20:47, kommentieren

herbsthimmel ...

blue



stürmischer herbsthimmel .... ?
vielleicht habt ihr worte zu der perle.

6 Kommentare 10.9.10 21:39, kommentieren