artisanne

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lied der sonne.....

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Lied der Sonne.

Aus den braunen Schollen
Springt die Saat empor,
Grüne Knospen trollen
Tausendfach hervor.

Und es ruft die Sonne:
Fort den blassen Schein!
Wieder will ich Wonne,
Gluth und Leben sein!

Durch Millionen Röhren
Zieh'n der Erde Saft,
Daß man leis kann hören
Seine Wanderschaft!

In den Frühlingsregen
Sieben Farben streu'n
Und auf Weg und Stegen
Meinen goldnen Schein!

Ruh'n am Gletscherhange,
Wo der Adler minnt,
Auf der Menschenwange,
Wo die Thräne rinnt!

Dringen in der Herzen
Kalte Finsterniß,
Blenden alle Schmerzen
Aus dem tiefsten Riß!

Hängt – ich bin die Sonnen! –
Vor das Kerkerthor,
Was ihr habt gesponnen
Winterlang, hervor!

O ihr Gramspelunken,
Sendet an den Tag,
Was in euch versunken
Leben, weben mag!

Alle finstern Hütten
Sollen Mann und Maus
Auf die Aue schütten,
An mein Licht heraus!

Auf den grünen Plätzen
Wimmle es herum,
Wende seine Fetzen
Vor mir um und um,

Daß durch jeden Schaden
Leuchten ich und dann
Mit der Liebe goldnem Faden
Ihn verweben kann!

Gottfried Keller

Noch einmal haben wir heute die gelegenheit unsere perlen in jegenstorf zu zeigen. bei strahlendem sonnenschein den brenner draussen einrichten und mit farbigen glasstäben leuchtende glasperlen wickeln... welch schöner frühlingstag!
wir bedanken uns herzlich bei Ursula, Barbara, Bruno und Hanspeter den organisatorInnen. es war uns jeden tag eine freude nach jegenstorf zu kommen!

2 Kommentare 1.4.07 11:02, kommentieren

edel-stein

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In Sand geschrieben

Daß das Schöne und Berückende
Nur ein Hauch und Schauer sei,
Daß das Köstliche, Entzückende,
Holde ohne Dauer sei:
Wolke, Blume, Seifenblase,
Feuerwerk und Kinderlachen,
Frauenblick im Spiegelglase
Und viel andre wunderbare Sachen,
Daß sie, kaum entdeckt, vergehen,
Nur von Augenblickes Dauer,
Nur ein Duft und Windeswehen,
Ach, wir wissen es mit Trauer,
Und das Dauerhafte, Starre
Ist uns nicht so innig teuer:
Edelstein mit kühlem Feuer,
Glänzendschwere Goldesbarre;
Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
Bleiben fern und fremd, sie gleichen
Uns Vergänglichen nicht, erreichen
Nicht das Innerste der Seelen.
Nein, es scheint das innigst Schöne,
Liebenswerte dem Verderben
Zugeneigt, stets nah dem Sterben,
Und das Köstlichste: die Töne
Der Musik, die im Entstehen
Schon enteilen, schon vergehen,
Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
Und umweht von leiser Trauer,
Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
Lassen sie sich halten, bannen;
Ton um Ton, kaum angeschlagen,
Schwindet schon und rinnt von dannen.
So ist unser Herz dem Flüchtigen,
Ist dem Fließenden, dem Leben
Treu und brüderlich ergeben,
Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
Bald ermüdet uns das Bleibende,
Fels und Sternwelt und Juwelen,
Uns in ewigem Wandel treibende
Wind- und Seifenblasenseelen,
Zeitvermählte, Dauerlose,
Denen Tau am Blatt der Rose,
Denen eines Vogels Werben,
Eines Wolkenspieles Sterben,
Schneegeflimmer, Regenbogen,
Falter, schon hinweg geflogen,
Denen eines Lachens Läuten,
Das uns im Vorübergehen
Kaum gestreift, ein Fest bedeuten
Oder wehtun kann. Wir lieben,
Was uns gleich ist, und verstehen,
Was der Wind in Sand geschrieben.

Hermann Hesse

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1 Kommentar 2.4.07 19:54, kommentieren

stein-zeit

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zeit.

zwischen steinen
wächst grün über
mütig ans licht
knospen der zeit

marianne rieter

2 Kommentare 3.4.07 20:59, kommentieren

lichthellblättrig....

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meine zeit II.

lichthellblättrig
platzen die bäume
aus den nähten
wie frischgeschlüpfte elfen
fechten mücken
um den sonnigsten platz
im moos
sitzt ein lachfaltiger
geschichtenerzähler
und malt wortbilder
in meine zeit

marianne rieter

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1 Kommentar 4.4.07 17:39, kommentieren

ostergruss.....

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Ostergruss

Wenn ständig aufgescheuchte Hennen
Recht kopflos durch die Gegend rennen
Und hinter jedem grünen Zweig
Sich ein verkitschter Hase zeigt
Wenn man bei jedem falschen Schritt
In etwas Buntgefärbtes tritt
Dann ist sie wohl nicht mehr sehr weit
Die österliche Eierzeit

Horst Winkler

2 Kommentare 5.4.07 14:39, kommentieren

ostersonne....

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Im Licht der Ostersonne
bekommen die Geheimnnisse der Erde
ein anderes Licht.

Friedrich von Bodelschwingh


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am ufer des rheins haben wir uns heute gesonnt und die perlen ins beste licht gerückt. traumwetter, kitzelnde grashalme auf der haut, ameisen die die hosenbeine hochkrochen, schnatternde enten und bunte glaslandschaften.... geniessen war angesagt. wir wünschen euch beim betrachten ebensolchen genuss.

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Will dir den Frühling zeigen ...

Will dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.


Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten -
dürfen ihn einmal sehn

Rainer Maria Rilke

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4 Kommentare 6.4.07 21:12, kommentieren

farbenfroh...

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Ostern

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
“Glockenklingen” sich auf “Lenzesschwingen”
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, - - -
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen - - -
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem - - unter Umständen -
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

Joachim Ringelnatz

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Ostern ist diese herrlich ovale Zeit, in der sich selbst Weicheier der Eier bewusst .

Dethlef Ziem

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wir wünschen euch allen bunte ostertage

2 Kommentare 7.4.07 14:17, kommentieren