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katzen sind mieter der sonne
wo sonne scheint, ist eine katze in der nähe.
vittorio giovanni rossi![]()
diese kleinen blauen blümchen nennt man hier bei uns chatzeöigli, was soviel heisst wie katzenäuglein.![]()
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LOBEN und gelobt sein werden
die löwenzahnwiesen, der flieder
baum, ginster, gleise, der rotdorn
brombeeren und birken, buchen
bucheckern und farn, die gartenschaukel
die hintertür, gras, das gras, das
und altweiberfäden spinnen die kindheit ein
das fahrrad, rostig jetzt bienensommer, wetterstille, das
was allen gehört, gehörte, was
weiter, tiefer wächst
andrea heuser
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Ich bin davon überzeugt, dass wir heute
viel zu wenig langsam sind.
Robert Walser gefunden bei wildgans
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“Die Tulpenzwiebel”
In einem Lagerschuppen lebte einmal eine Tulpenzwiebel. Vielleicht wäre sie dort alt geworden, wenn sie der Gärtner nicht eines Tages ergriffen hätte, um sie einzupflanzen.
„Es ist an der Zeit“, sagte er zu ihr. „Heute ist die Stunde für dich gekommen, das Leben kennenzulernen“.
„Deine rätselhaften Worte machen mir Angst“, sagte die Tulpenzwiebel mit zitternder Stimme. „Das Leben zu lernen scheint mir nicht so verheißungsvoll zu sein, wie du es sagst. Stimmt es denn, dass man in die tiefe dunkle Erde muss und ganz schmutzig wird? In dem Schuppen, wo ich bisher lebte, war alles sauer. Ich war bei meinen Freuden und fühlte mich geborgen.“
„Du wirst dein Leben in dieser sauberen, wohlbehüteten Umgebung nicht finden. Du wirst dich auf die Suche machen müssen, sonst vertrocknest du zu einer alten dürren Zwiebel. Das Leben wird nie in dir aufbrechen, wenn du so bleiben willst, wie du jetzt bist. Du wirst es nur finden, wenn du bereit bist zu wachsen.“
„Aber, wenn du mich eingräbst, dann sterbe ich“, wehrte sich die Tulpenzwiebel immer noch. „Was heißt schon sterben“, entgegnete der Alte. „Du siehst es nur von einer Seite. Aus dem Dunkel der Erde wächst dein neues Leben. Du stirbst nicht, du wirst verwandelt. Je mehr du deine alte Gestalt aufgibst, desto mehr kann eine neue geboren werden, die dir selbst und den Menschen gefallen wird. Werde die, die du wirklich bist!“
„Das klingt fremd für mich, Gärtner: Werde die, die du wirklich bist? Ich bin doch schon jemand, eine Tulpenzwiebel.“
„In dir steckt noch viel mehr, als du jetzt zu sehen vermagst. Du darfst nicht glauben, dass das, was du noch nicht erkennen kannst, deshalb nicht vorhanden sei. Alles Sichtbare wächst aus dem Verborgenen. Du bist ein Same voll blühender Zukunft, voll unendlicher Lebensmöglichkeiten, die tief verborgen in dir schlafen und nur darauf warten, geweckt zu werden.“
„Aber ist das Licht der Sonne denn nicht genug, um meine Lebenskraft zu wecken? Warum muss ich das Dunkel und die Schwere der Erde ertragen?“
„So einfach, wie du das denkst, ist es mit dem Leben nicht“, erklärte ihr der alte Gärtner. „Manches, was dir heute weh tut und als schwierig erscheint, kann morgen dein Glück bedeuten. Nicht nur das Licht der Sonne fördert unser Leben, sondern auch die dunklen Stunden. Widerstände und Hindernisse fordern und fördern unsere Fähigkeiten und unsere Lebensenergie auf ihre ganz eigene Weise und helfen uns zum Wachsen und Reifen, wie nur sie es vermögen.“
Nachdem er dies gesagt hatte, grub er ein Loch und pflanzte die Tulpenzwiebel ein. Kurze Zeit sah sie noch einen Lichtpunkt über sich, dann aber umgab sie undurchdringliche Finsternis. Die lange, beschwerliche Zeit des Wachsens begann.
„Jetzt ist es bald zu Ende mit mir“, jammerte die kleine Tulpenzwiebel. „Es hätte so schön sein können, aber nun vergeht mein Leben in der Erde!“. Und sie schien sogar Recht zu haben. Denn ihre Gestalt veränderte sich mehr und mehr. Sie war nicht länger eine glatte, wohlgeformte Zwiebel, sondern begann runzelig und schrumpelig zu werden. Aber die bemerkte auch, wie sich tief in ihr etwas regte und bewegte, von dem sie nicht sagen konnte, was es war.
Dieses Gefühl in ihrem Inneren versetzte sie für viele Wochen in unbekannte Unruhe. Nach langen, traurigen, düsteren Tagen durchfuhr sie ein heftiger Schmerz, als ob eine Lanze sie aus ihrer Mitte heraus durchbohre. Diese Wunde eröffnete ihr einen neuen Lebensraum. Der Panzer ihres bisherigen Lebens war durchbrochen. An die Stelle abgrundtiefer Finsternis trat wenig später taghelles, wärmendes Licht: Ihr erster Treib hatte nämlich die Zwiebelschale und den Erdboden durchdrungen. Das flimmernde Sonnenlicht, ein erfrischend prickelnder Luftzug, und das vielstimmige Lied der Vögel umwarben sie nun.
„Das also meinte der Gärtner“, dachte die heranwachsende Blume.
Sanft streichelten die Sonnenstrahlen den hellgrünen Trieb, der sich wohlig räkelte und unter den Zärtlichkeiten der Sonne wuchs. Es tat ihm gut, dass die Sonne ihn einfühlsam zum Leben lockte, ganz wie es seiner Kraft entsprach. Mit der Zeit bildete sich am Schaft des Triebes eine Verdickung. Die Blüte reifte und reifte.
„Noch lebst du nur für dich selbst und verwendest deine ganze Kraft auf die Entfaltung dieses Wesens“, erklärte ihr der Gärtner. „Aber bald wirst du ganz offen sein für das Lächeln der Sonne, für die Schmetterlinge, für den Wind und den Regen. Du wirst Farbe und Duft und Freude in die Welt tragen, und diesen Garten für alle bunter machen. Dann wirst du blühen, kleine Blume, und es wird keine einzige Blume im großen Garten geben, die so ist wie du.“
„Es bereitet sich schon vor“, flüsterte die Knospe. „Wann ist der Tag gekommen, an dem ich meine Knospe öffnen muss?“
„Du musst so weit in den Himmel hinein wachsen, wie du in die Tiefe der Erde verwurzelt bist. Dann ist deine Stunde gekommen. Du wirst es spüren.“
Bald würde das Knospengehäuse zu klein sein für die Blüte. Ihre Blätter begannen schon, sich auszuspannen und auszudehnen. Die erwachende Tulpe versuchte, ihre Blütensegel wie Flügel zu weiten. Aber noch waren sie im Dunkel der Knospe gefangen und mussten mit aller Kraft drängen, um die behütete Knospe aufzubrechen. Das war nicht leicht: Jeder Riss in der Schale schmerzte. Bald aber strömte helles Sonnenlicht durch die ersten Risse, und wenig später begrüßte die junge Tulpe noch etwas zerknittert den sonnigen Tag. Langsam und vorsichtig tastend streckte sie ihre rotgelben, seidenen Blätter dem Licht entgegen. Sie ließ sich von der Wärme durchströmen bis in die letzten Fasern. Sie fühlte sich so leicht wie das Licht und zugleich so schwer wie die Erde und spürte, dass beides – Himmel und Erde – als eine große Wirklichkeit zusammen gehören.
Autor unbekannt
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Die Rosen fangen an aufzugehen, erst ein paar, die sich nur so gedankenlos aufschlugen und gleich viel zu gross wurden, dann, seit gestern, sorgfältigere, edlere Rosen, denen es darauf ankam, langsamer zu sein, und sich zu fühlen im Aufgehen.
Rainer Maria Rilke![]()
ps: es hat gut geklappt mit den vitaminen... heute war wieder barfusswetter:-)
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...ein paar vitamine für die tage, bevor dann das schöne wetter wieder kommt :-)![]()
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„..der Schnee schmolz gewaltig, er wurde eisfarben, porös und löchrig, sackte zusammen, wo er zuhauf lag, schien sich in die Erde zu verkriechen. Ein Sickern, Sintern und Rieseln war überall…, und die geschaufelten Schranken an den Straßen, die bleichen Teppiche der Wiesen verschwanden, wenn auch die Massen allzu reichlich gelegen hatten, um rasch zu verschwinden. Da gab es wundersame Erscheinungen, Frühlingsüberraschungen auf Dienstwegen im Tal, märchenhaft, nie gesehen. Ein Wiesengebreite lag da, – im Hintergrunde ragte der Schwarzhornkegel, noch ganz im Schnee,… wenn auch die Decke schon schütter war, von rauhen und dunklen Bodenerhebungen da und dort unterbrochen, von trockenem Grase überall durchstochen. Das war jedoch, wie die Wanderer fanden, eine unregelmäßige Art von Verschneitheit, die diese Wiese da aufwies – in der Ferne, gegen die waldigen Lehnen hin, war sie dichter ,im Vordergrund aber, vor den Augen der Prüfenden, war das noch winterlich dürre und mißfarbene Gras mit Schnee nur noch besprenkelt, betupft, beblümt … . Sie sahen es näher an, sie beugten sich staunend darüber – das war kein Schnee, es waren Blumen, Schneeblumen, Blumenschnee, kurzstielige kleine Kelche, weiß und weißbläulich, es war Krokus bei ihrer Ehre, millionenweise dem sickernden Wiesengrunde entsprossen, so dicht, daß man ihn gut und gern hätte für Schnee halten können, in den er weiterhin denn auch ununterscheidbar überging.
Sie lachten über ihren Irrtum, lachten vor Freude über das Wunder vor ihren Augen, diese lieblich zaghafte und nachahmende Anpassung des zuerst sich wieder hervorgetrauenden organischen Lebens. Sie pflückten davon, … schmückten ihre Knopflöcher damit, trugen sie heim, stellten sie in die Wassergläser auf ihren Zimmern; denn die unorganische Starre des Tales war lang gewesen… Aber der Blumenschnee wurde mit wirklichem zugedeckt, und auch den blauen Soldanellen, den gelben und roten Primeln erging es so, die ihm folgten. Ja, wie schwer der Frühling es hatte, sich durchzuringen…“
Thomas Mann aus "Zauberberg"![]()